März 2016

"Rumänien - eine interimistische Herausforderung?"

Ein Personalberater fragte mich, ob ich mir einmal, vor Ort in Rumänien, ein Unternehmen aus der Möbelindustrie ansehen würde. Gesagt getan - vorgefunden habe ich ein fast neues Möbelwerk, eingebunden in einem Industriepark, in dem unterschiedliche Branchen angesiedelt sind. Aus einem Wochenend-Coaching wurde ein 8-monatiges Interim Mandat als General Manager.

 

Der rumänische Investor hat das Unternehmen in den ersten beiden Jahren persönlich betreut und suchte nun einen operativen Manager als seinen Nachfolger, dessen Aufgabe es war, die Absatzmärkte Westeuropa und den heimischen Markt weiterzuentwickeln und stabile Prozesse im Unternehmen zu schaffen. Im Anschluss daran sollte das Unternehmen von einem Familienmitglied übernommenen werden.

 

Die Arbeit mit den Menschen im Unternehmen gestaltete sich von Beginn an sehr positiv. Ein Dolmetscher, der auch als Assistent seine Fähigkeiten zeigte, wurde mir zur Seite gestellt. Gespräche mit wissbegierigen Abteilungsleitern, aus anderen Industriebranchen kommend, waren die tägliche Basis für die Unternehmensentwicklung. In der Führung der Menschen gab es eine große Bandbreite, von der klaren Ansage und Anweisung bis hin zur Transformalen- Führung.

Interessant und herausfordernd für mich waren auch die vielen Behördengänge. Ohne juristische und persönliche Unterstützung schlicht nicht machbar. Es war ein einprägsamer Prozess, bis ich als "PERSOANA FIZICA AUTORIZARA" eingetragen war.

 

So erlebte das Unternehmen bereits kurz nach seiner Gründung eine umfassende Business Transformation. Denn diese sind nicht nur für Unternehmen, die in die Jahre gekommen sind, notwendig. Wichtig ist, dass sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgen – dann leiten sie erfolgreich einen Wandel ein. Dazu gehören die Einstellungsänderung bei Mitarbeitern ebenso wie die Restrukturierung, die Revitalisierung und die Erneuerung des Unternehmens. Das in vielerlei Hinsicht weiterentwickelte Unternehmen wurde nach 8 Monaten wie geplant an die Schwester des Investors übergeben.

 

Fazit:

Ein Interim Mandat in Rumänien zeichnet sich im Vergleich zu einem Mandat in Deutschland durch die nicht vorhandenen "Selbstverständlichkeiten" aus. Es gibt keine durchgehende Supply Chain. Der Zugriff auf eine Schar von Zulieferern, Maschinenlieferanten und Dienstleistungen ist nur begrenzt möglich. Hier ist noch Pionierarbeit gefragt und Ausdauer gefordert! Ich persönlich habe mich wieder intensiver mit Basic Themen beschäftigt. Ja, es ist ein Lernprozess, der hier einsetzt. Der Lernprozess wird unterstützt von Menschen im Unternehmen, mit denen ich gemeinsam etwas schaffen durfte. Jederzeit würde ich ein Mandat in Rumänien wieder übernehmen. Es war eine große interimistische Herausforderung und hat meine Kenntnisse, menschlich sowie fachlich, weiter geprägt.

Hermann Hänsler Business Transformation

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