Juli 2015

Executive Summary

SEViX Branchenstudie der deutschen Büromöbelindustrie

Stagnation in den Märkten und nur wenige Unternehmen der Branche mit profitablem Wachstum. Das könnte die Überschrift für die Beschreibung des Zustandes der deutschen Büromöbelindustrie sein. In der folgenden Kurzfassung unserer Studie über die Branche haben wir 19 für die Branche repräsentative Unternehmen untersucht und gegenübergestellt.

 

Die Studie basiert auf den Geschäftsberichten der Jahre 2010 bis 2013 und konzentriert sich insbesondere auf das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um die Beurteilung der Ertragssituation, frei von Finanz- und Beteiligungsergebnissen, deutlicher zu machen. Weitere Betrachtungen beziehen sich konkreter auf die Wertschöpfung (Kostenstrukturen) sowie die Entwicklung des Eigenkapitals. Untersuchungen der Märkte, Produkte, Innovationen und Marketingmaßnahmen schienen uns gegenüber der Dringlichkeit einer notwendigen Restrukturierung und Business Transformation der Branche und Unternehmen erst später gerechtfertigt.

 

Die Bruttoproduktionswerte (Gesamtleistung) und der Nettoproduktionswert (Rohertrag) pro Mitarbeiter liegen erheblich unter denen der anderen Möbelbranchen und liegen im Rohertrag statistisch zwischen EUR 54.530 und 91.289 und im Durchschnitt bei EUR 76.3041. In den 19 untersuchten Unternehmen ergeben sich Werte zwischen EUR 72.000 und EUR 119.000. Dazu passt eine große Spannbreite in den Personalkosten pro Mitarbeiter zwischen 35 TEUR und 67 TEUR. Die Personalkostenquote schwankt demzufolge zwischen 13,8% und 40,0%. Der Durchschnitt der deutschen Büromöbelindustrie beträgt dagegen 28,2%.

 

Die EBIT-Margen schwanken zwischen –1,6% und +11,8% und zeigen im Großen und Ganzen die Branche. Erfolgreiche Unternehmen zeigen sich durch kontinuierliches Wachstum, Zuwachs im Export, straffes Kostenmanagement, Innovation und Controlling.

 

Das Ergebnis zeigt die Notwendigkeit zu mehr an Professionalität in stagnierenden Märkten mit hohem Preisdruck und immer noch zu hohe und starre Kapazitäten. Als Hauptprobleme der Branche können, ähnlich der Wohnmöbelindustrie, identifiziert werden:

  • problematische Finanzierungsstruktur (Abschmelzen des Eigenkapitals, niedriger Cash Flow, Engpässe Liquidität, hohes Working Capital, schwache Kapitaldienstfähigkeit)
  • stark differenzierte EBIT-Margen im Vergleich zu anderen Industrie- Branchen
  • zunehmend fallende EBIT- Margen
  • keine strukturierte Wertschöpfungsarchitektur
  • Geschäftsmodell als strategisches Gestaltungsfeld des Unternehmens
  • kaum erkennbar

 

Der Weltmarkt ist für die immer noch kleinteilige Branche eine große Herausforderung. Ein steiniger Weg zur Konsolidierung steht noch weiterhin bevor.

 

Die Autoren

Hermann Hänsler Ernst – D. Klatte Rainer Ulrich

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