Februar 2017

Mieten Sie sich einen Chef auf Zeit

Lange galten Interim Manager als Unternehmensfeuerwehr. Mittlerweile sind sie mehr Digital- und Change-Helfer auf Zeit. Was Interimer mitbringen und Unternehmen tun müssen, damit Projekte erfolgreich abgeschlossen werden.

 

Im Sport sind Interim Manager völlig normal: Wenn der alte Trainer gegangen wird und noch kein neuer in Sicht ist, springt ein anderer ein, bis die endgültige Lösung gefunden ist. Interim Trainer kommen wie die Feuerwehr immer dann, wenn es brennt.

 

In der Wirtschaft verändert sich das Aufgabenbild von Interim Managern dagegen langsam: Vom Retter in der Not werden die Manager auf Zeit immer mehr zu Impulsgebern und Unternehmensveränderern, wie Wolfgang Doerfler sagt. Er ist Partner bei der Management-Beratung EIM Executive Interim Management und vermittelt Interim Manager an Unternehmen. „Interim Manager sind für Unternehmen eine Möglichkeit, sich Know How einzukaufen“, sagt er und erzählt von einem kleinen Unternehmen mit einer chaotischen Logistik, die ein Top-Manager mit Erfahrung in internationalen Konzernen wieder in Ordnung brachte. „So jemanden einzustellen, hätte sich das Unternehmen nie leisten können.“

 

Serviceexperte für einen Photovoltaikhersteller

 

Interim Manager bringen außerdem Wissen mit, das im eigenen Unternehmen vielleicht gar nicht vorhanden ist, weil der Fokus auf der Produktion liegt. Doerfler: „Ein Hersteller von Photovoltaikanagen beispielsweise hat seinen Servicebereich eher stiefmütterlich behandelt, so dass der mehr gekostet als eingebracht hat. Den hat ein Interim Manager binnen sechs Monaten entwickelt und profitabel gemacht.“

 

In diesen Positionen arbeiten Interim Manager

Die Studie basiert auf den Aussagen von 2400 Interim Managern weltweit.

Bei der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. (DDIM) ging man schon zu Beginn des Jahres davon aus, dass die Digitalisierung den mehr als 7500 Interim Managern in Deutschland auch in Zukunft volle Auftragsbücher beschert. Denn für die Betriebe hat der Interimer einen entscheidenden Vorteil:

Nach spätestens zwölf Monaten verlässt er das Unternehmen – und die Lohnliste – wieder. Man muss sich also nicht damit auseinandersetzen, was der CDO tun soll, wenn die Strukturen agil genug sind, um auch in Zukunft auf Veränderungen zu reagieren.

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